So leicht wie die Blätter vom Baum fallen

Eilean zaubern keltisches Flair in die Kultur- und Kinderkirche von Eichstädt

Eichstädt Kein Stuhl passt am Freitagabend mehr in die Kultur- und Kinderkirche in Eichstädt. Bis in den letzten Winkel wird jeder Fleck ausgenutzt, auch auf der Empore stehen Besucher. Die Kerzen flackern aufgeregt mit dem Gewusel der Gäste. Die Fenster sind beschlagen. Die Gruppe Eilean hat sich angekündigt.
Als Miriam Carl zu singen beginnt, wird es schlagartig still. Ihre reine starke Stimme dringt durch die Kirche „wie ein Sonnenstrahl am schottischen Sommerhimmel“, beschreibt es jemand später. Die zweite Frau setzt mit dem Dudelsack ein, gefolgt von den Harfenklängen von Christopher Daams und am Ende ein Klopfen der Percussions, zart aber wirkungsvoll, gespielt von Yatziv Caspi.

Schon vor ein paar Jahren hatte die Gruppe Eilean in der Kunstschmiede in Schwante die Besucher mit ihrer Musik begeistert. Am Freitag kann sich ein weiteres Mal kaum einer ihrer Wirkung entziehen. Traditionelle irische und schottische Musik hat Eilean neu arrangiert und mit ganz besonderen Eigenkompositionen vermengt. Die Zusammenstellung von Gesang, keltischer Harfe, Gitarre, Dudelsack, Tin Whistle und exotischer Percussion orientiert sich an Stücken des Iren Turlough O’Carolan. Jedes Stück wird so liebevoll angekündigt, dass es Lust macht, das Beschriebene in der Musik wiederzufinden.
In dem Lied „Down by the sally gardens“ geht es um ein Liebespaar, das sich im Weidengarten gegenübersteht. Ihm ist diese Liebe zu schwierig, und sie sagt zu ihm: „Nimm doch die Liebe so leicht wie die Blätter vom Baum fallen.“ Das Duett ist zart gesungen und geht unter die Haut. „Zum Seufzen schön“, sagt eine Frau.

Der Dudelsack erklingt wieder. Miriam Bohse, die ihn spielt, ist an diesem Tag zum ersten Mal Teil der Gruppe, und sie passt gut zu den anderen, zu deren Wirkung nicht zuletzt ihr sympathisches Auftreten gehört. Es ist eine Freude zu sehen, welchen Genuss die Vier bei ihrer eigenen Musik empfinden, wie sich einer an dem anderen freut, wie ein Lächeln über die Gesichter huscht, wenn die Percussions einsetzen oder die Querflöte das Lied umtanzt. Sie sind bei sich und doch ganz beim Publikum. Es scheint, als gebe jeder ein großes Stück seiner Persönlichkeit und bleibe dabei bescheiden, so dass sich alles ineinanderfügen und zu einem großen Erlebnis werden kann.

Ein Artikel von Katja Schrader